Worauf Sie bei der Auswahl "Ihres" Züchters achten sollten !

Noch vor einigen Jahren kannte den Australian Shepherd kaum jemand und wenn, dann meistens Westernreiter, da diese die ersten waren die diese Hunde aus Amerika mitgebracht und gezüchtet haben. Mittlerweile ist die Beliebheit und Bekannheit der Aussies auch in Nichtreiterkreisen dermaßen gestiegen, das jeder diese Hunde züchten will. Leider gibt es vermehrt Aussie-Züchter die man eher Vermehrer nennen sollte, die sich weder mit der Rasse beschäftigt haben noch mit der Genetik dieser Hunde. Viele sogenannte "Züchter" wissen gar nicht was "excessive white", "merle-Gen" oder "NBT" bedeutet. Auch wissen Sie oft gar nicht wie Ihre Hunde gezogen sind (Arbeitslinie oder Showlinie).

Aussie-Neulinge sind zunehmend verunsichert: woran erkennen sie einen Züchter, der sich mit der Rasse und deren Risiken auskennt ? Erstmal sollte er den genauen Rassestandard kennen, deweiteren sollte er Ihnen die Genetik und Farbvererbung und die Ansprüche dieser Rasse erklären können.

Bevor Sie sich für einen niedlichen Aussie entscheiden, prüfen Sie bitte sorgfältig seine Zuchtstätte und beurteilen Sie auch die Welpen kritisch. Besuchen Sie am besten mehrere Züchter, um unterschiedliche Eindrücke sammeln zu können. Zögern sie nicht, nach allem zu fragen, was Sie wissen möchten.
Kaufen Sie nicht gleich den ersten Welpen, der Ihnen in die Arme springt, sondern vergleichen Sie ihn mit seinen Wurfgeschwistern. Hören Sie sich an, was der Züchter über den Welpen zu berichten hat, der Ihnen am meisten zusagt. Nur er kennt ihn am besten und weiß um seinen Charakter und ob er am ehesten zu Ihnen und Ihren Interessen (Sport, Zucht, Hütearbeit, Haushalt mit Kindern etc.) paßt.

Erfahrene Züchter können bei einem sechs bis acht Wochen alten Welpen in etwa erkennen, in welche Richtung der Kleine aufgrund seiner Abstammung und bisherige Erscheinung tendieren wird; eine endgültige Prognose kann jedoch auch er nicht geben, da sich ein Welpe in den ersten Lebensmonaten verändern kann. Beachten Sie auch, daß sich Welpen aus dem gleichen Wurf unterschiedlich entwickeln können hinsichtlich des Temperaments, Gebäude, Knochenstärke, Größe usw. Fragen Sie den Züchter also nach seiner Meinung, welcher Welpe wohl am besten zu Ihnen paßt (vorausgesetzt, Sie beantworten ihm auch bereitwillig Fragen über sich selbst).
Legen Sie sich am besten nicht auf eine bestimmte Fellfarbe fest, wenn nicht die Zucht im Vordergrund steht - die gewünschte Farbe nützt Ihnen nichts, wenn dieser Aussie nicht Ihre Erwartungen erfüllen wird und Sie mit ihm später nicht zurechtkommen!


Aussies werden oft auch als ideale Familienhunde angepriesen. In der Tat vertragen sie sich sehr gut mit Kindern, Hunden und anderen Haustieren, sind gerne überall dort, wo etwas los ist. Sie sind überwiegend geduldig und neigen nicht zur Aggressivität. Jedoch ist ihren Ansprüchen an geistige und körperliche Beschäftigung unbedingt nachzukommen! Weiterhin wird dem Australian Shepherd oft fehlender Jagdtrieb nachgesagt. In der Tat besitzt er zwar keinen so ausgeprägten Hetztrieb, jedoch sollte man dem jungen Aussie gleich zu Beginn klar machen, daß er weder Wild noch Sonstigem (Jogger, Radfahrer...) hinterher rennen darf! Daß ein Aussie grundsätzlich nie jagen würde, darauf würde ich mich - vor allem in jungem Alter -nicht verlassen....Eine solide, einfühlsame Grundausbildung ist auch beim Aussie empfehlenswert.

Die größe der Zuchtstätte sollte kein Kriterium sein. Manche geben Ihren Beruf auf oder schränken Ihn ein, damit sie sich voll und ganz der Hundezucht widmen können. Andere wiederum möchten mit Ihrer Hündin einfach nur mal so einen Wurf machen. Die Vorteile eines großen Züchters liegen auf der Hand, er sammelt in jedem Fall mehr Erfahrungen, ist routinierter in der Welpenaufzucht und hat unter Umständen eine ganze Menge Hunde (und auch Nachzuchten), die Sie begutachten und vergleichen können.

Züchter, die unter dem ASCA züchten, wird der Wurf von keinem Zuchtwart abgenommen, wie es etwa beim deutschen VDH der Fall ist. Daher soll Ihnen nachfolgende Checkliste Anhaltspunkte liefern, auf was Sie beim Kauf achten sollten. Bitte beachten Sie: kein Züchter ist gezwungen, alle nachfolgend aufgelisteten Punkte zu erfüllen, auch nicht in Bezug auf die Gesundheitsuntersuchungen. Der ASCA versteht sich als Registrierdatenbank und nicht als Zuchtverband. Alle Hunde können zur Zucht genommen werden. Die Verantwortung über eine bestmöglichste Zucht bleibt völlig dem Züchter überlassen. Der deutsche Vertreter des ASCA, ASCD (interessensgemeinschaft deutscher Aussiezüchter) schreibt lediglich eine HD- und Augenuntersuchung vor. Ob die Welpen im Keller aufgezogen werden prüft keiner.

Bitte studieren Sie ganz genau den Rassestandard, damit sie nach dem Welpenkauf keine böse Überraschung erleben. Leider tauchen immer wieder Fälle auf, das Aussies die Farbfehler (was ja an nicht schlimm ist, im Gegenteil, sie sind was besonderes und sehen meistens klasse aus) haben, verkauft werden ohne den Unwissenden Käufer zu informieren, das derjenige Hund nicht in die Zucht sollte. Leider sind einige Züchter so verantwortungslos und verkaufen diese nicht als Not for Breeding. Hierzu gehören zum Beispiel: weiße Flecken auf dem Rumpf, keine oder zuwenig Pigmente im Gesicht, Rotfärbungen im schwarzen Fell, Verwaschungen von Farben (die Farben sollten klar und kräftig sein) und ähnliches.
© Claudia Große, 2001-2005, www.sweet-diamonds.de